Erfolgreich auf der Driving Range – erfolgreich auf dem Platz

Gehörst du auch zu den Golfern, die sich einen Eimer Bälle kaufen und die Bälle dann binnen kurzer Zeit schlagen und dabei nur ein paar Mal den Schläger wechseln und nicht einmal eine Routine oder Schlagvorbereitung wie im Turnier durchführen?

Ich bin mir sicher, dass dein Pro dir immer wieder gesagt hat, dass du nach maximal drei Schlägen den Schläger und dein Ziel ändern sollst, um eine möglichst hohe Variabilität in dein Training zu bringen. Wahrscheinlich weißt oder ahnst du es sogar tief in dir drin ohne, dass dein Pro dir das gesagt hat. Auf dem Platz hast du schließlich auch nicht zweimal hintereinander denselben Schlag (es sei denn, du dropst einen Ball und schlägst ihn von derselben Stelle noch einmal). Auf dem Platz ist jeder Schlag anders, was Distanz, Balllage, Ziel, Stand, Untergrund, etc. betrifft.

Trainiere das, was du auf dem Platz brauchst

Warum trainierst du das dann nicht auf der Range? Okay, alles davon kannst du auf der Range nicht simulieren und wenn du gerade ein intensives Techniktraining durchläufst, dann musst du viele Wiederholungen produzieren. (Aus meiner Sicht solltest du ein Techniktraining aber nur mit deinem Pro absolvieren. Es sei denn, du bist so sicher in deinem Feedback, dass du dich selber kontrollieren und korrigieren kannst.) Was du aber simulieren kannst ist das Golfspiel als solches. Immer eine neue Situation: unterschiedliche Distanzen und unterschiedliche Ziele. Was wiederum bedeutet, dass du für jeden Schlag einen anderen Schläger oder anderen Schwungumfang nutzen musst. Wie auf dem Golfplatz auch. Macht Sinn, oder?

Erfolgreich trainieren

Um diese Faktoren mit einer hohen Qualität auf der Range zu trainieren und damit auch auf dem Platz erfolgreicher zu spielen, nutze ich die sogenannte Ballreihe. Diese Übung ändert dein Trainingsverhalten komplett und das tolle daran ist, dass jeder Golfer, egal mit welchem Handicap sie durchführen kann. Du kannst dabei sogar auf deiner Matte oder Deinem Platz stehen bleiben.

Das brauchst du dazu

Alles, was du brauchst sind:

  1. ein Eimer Driving Range Bälle,
  2. eine Driving Range,
  3. ein Ziel, auf das du spielst und
  4. dein komplettes Golfbag.

Das Ziel kann beliebig weit entfernt sein, sollte aber auf einer ebenen Fläche sichtbar sein. In meinem Beispiel ist es eine Fahne, die 100 Meter entfernt ist.

Die Übung läuft folgendermaßen ab

Den ersten Golfball schlägst du so nah wie möglich an die Fahne. Jetzt musst du dir den Punkt merken, an dem der Ball aufgekommen ist. Das ist der Referenzpunkt für den nächsten Ball. Der nächste Ball soll jetzt etwas kürzer fliegen als der vorherige. Auch hier zählt nur der Landepunkt. Der nächste Ball wieder etwas kürzer usw. Bis der letzte Ball nur noch angeschubst wird und fast vor den eigenen Füßen liegen bleibt. Wichtig ist, dass nur der Landepunkt zählt. Fliegt ein Ball weiter als der vorherige oder ist die Trefferqualität schlecht (eigene Einschätzung) beginnt die Übung von vorne. Die Bälle, die du in eine Reihe spielst zählst. Versuche dich jedes Mal zu steigern. Zu Beginn solltest Du mit Schlägen unter 100 Metern anfangen.
Am besten dokumentierst du dein Training, um Fortschritt zu erkennen. Z.B. mit einer Tabelle wie auf dem Bild.

Dokumentation Ballreihe

Dokumentation Ballreihe

Variationen

Folgende Variationen bieten sich an, um die Übung immer wieder aufs Neue interessant und abwechslungsreich zu gestalten.

  1. von kurz nach lang/ von lang nach kurz (wie in meinem Beispiel)
  2. von links nach rechts/ rechts nach links
  3. Diagonal
  4. unterschiedliche Distanzen
  5. und weitere Deiner eigenen Kreationen

Neben diesen Variationen gibt es einige weitere Faktoren, die Du für Dein Training auf der Range beachten solltest.

„my5rules“ für eine effektives üben auf der Driving Range

  1. den Eimer nicht auskippen, jeden Ball einzeln rausholen
  2. vor jedem Schlag das Ziel ändern
  3. vor jedem Schlag die Entfernung wechseln
  4. vor jedem Schlag seine Routine durchlaufen
  5. spätestens alle 10 Schläge eine kurze Pause einlegen – auf dem Platz hat man nach (fast) jedem Schlag eine Pause

Wenn du diese Faktoren beachtest und diese Übung häufiger in dein Training einbaust, bin ich mir sicher, dass du schon sehr bald viel erfolgreicher Golf spielen wirst!

Viel Spaß beim Training!

„Up & Down“

Dein
Fabian

PS: Hier kannst Du dir eine Tabelle für die Dokumentation deines Trainings ausdrucken: Trainingsdokumentation Ballreihe

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9 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Fabian,

    Kompliment für die tolle Hompage.
    Wäre es möglich bei dir eine Trainer-Stunde zu buchen?
    Spiele ca. 7 Jahre Golf, habe mich die letzten 2 Jahre nicht mehr weiter entwickeln können, obwohl ich sehr viel Zeit in mein Training investiere.
    Bin verzweifelt, arbeite daran meine Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erhöhen, leider kein Erfolg.
    Spiele im Schnitt 4-6 über Par.
    Die meisten Schläge verliere ich bei den langen par 4.
    Da fehlt mir einfach die Länge.
    Meine Schlägerkopfgeschwindigkeit mit dem Driver ist: ca. 95 mph
    Mit meinem kurzen Spiel bin ich zufrieden.
    Über eine Info würde ich mich freuen.
    Sportliche Grüße
    Bernd Jayme

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