Flach chippen hoch gewinnen

Besser Chippen

Die meisten Golfer chippen mit einem Schläger mit zu viel Loft. Das ist meine Erkenntnis aus vielen Jahren Unterricht und Wettspielbeobachtung.

Das Problem dabei ist, dass der Ball nicht so gut zu kontrollieren ist, wie mit einem flachen Eisen. Der Grund ist ganz einfach. Mit einem hohen Loft musst du den exakten Landepunkt für das anvisierte Ziel treffen. Fehlschläge wirken sich viel extremer aus. Mit einem Schläger mit weniger Loft hast du eine größere Fehlerverzeihung, weil auch nicht so gut getroffene Bälle Richtung Loch rollen. Zudem kannst du eine viel kleiner Bewegung durchführen, die viel einfacher zu kontrollieren ist.

Fast alle meine Kaderspieler zum Beispiel nutzen – egal für welchen Chip – fast ausschiesslich das Sand Wedge. Und glaube mir, ich habe mir schon den Mund fusselig geredet, dass ein Eisen mit einem flacheren Loft für die meisten Standardchips der bessere Schläger ist.

Denn genau davon bin ich überzeugt: Je flacher der Loft, desto einfacher wird der Chip. Es gilt das alte Fußballer Motto:

Flach spielen, hoch gewinnen!

oder für uns Golfer:

Repertoire erweitern – flach Chippen

Grundsätzlich spricht nichts dagegen mit einem Sand Wedge zu chippen. Es kann aber nicht schaden, das Repertoire an möglichen Schlägern, die zum Chippen eingesetzt werden zu erweitern. Und vor allem Schläger mit weniger Loft zum Chippen zu nutzen. Und genau dafür möchte ich dir heute ein Übung vorstellen, die ich von meinem Kollegen Torsten Walter (auch unter „Toto“ bekannt) aus dem GC Lich übernommen habe. Ich habe sie Chip through the Bag genannt.

Chip through the Bag

Die Übung geht ganz einfach und dauert nur ca. 10- 20 Minuten. Alles, was du brauchst sind:

  1. Ball,
  2. Stift und
  3. Zettel.

Suche dir eine Standard Chipsituation. 1- 2 Meter Vorgrün, 6- 8 Meter Grün. Möglichst eben. Markiere die Stelle im Vorgrün mit einem Tee und lege die Fahne kurz hinter das Loch. So sparst du dir Laufwege, wenn der Ball viel zu weit rollen würde.

Lege dir nun alle Schläger (gerne auch den Putter) aus deinem Bag daneben auf den Boden. Mische die Lofts ein bisschen. Die Schläger sollen nicht der Reihenfolge nach auf dem Boden liegen, sondern durcheinander. Also zum Beispiel: E5, SW, D, E7, H3, E4…

Jetzt fängst du an mit dem Schläger, der ganz links liegt, den Ball Richtung Loch zu chippen. Sobald du den Ball eingelocht hast, steckst du den Schläger in dein Bag. Notiere dir dann den Schläger und die Anzahl der Chips, die du benötigt hast, bis du den Ball eingelocht hast.

Jetzt nimmst du den nächsten Schläger und chippst wieder so lange Richtung Loch, bis du den Ball eingelocht hast. Wieder Schläger und Anzahl Chips notieren.

Und so weiter, bis du alle Schläger wieder in dein Bag gesteckt hast.

Übung zu schwer?

Du lochst keinen Ball ein? Dann verkürze die Distanz zum Loch auf zum Beispiel 5 Meter Grün und 1 Meter Vorgrün.

Übung zu leicht?

Du lochst jeden Ball sofort ein? Dann hast du verschiedene Optionen die Übung schwerer zu gestalten:

  1. vergrößere die Distanz zum Loch
  2. loche zwei Bälle mit jedem Schläger ein
  3. Chippe mit geschlossenen Augen

Fazit der Übung

Mit welchem Schläger hast du den Ball am schnellsten eingelocht? Mit welchem hat es gefühlt eine Ewigkeit gedauert? Ich tippe mal, das der beste Schläger einer mit weniger Loft gewesen sein wird. Wahrscheinlich ein Eisen 8 oder 7. Hast du auch gemerkt, wie einfach es ist mit einem Holz zu chippen? Die Bewegung wird so klein, dass du sie perfekt kontrollieren kannst.

Übung macht den Meister

Jetzt musst du dich nur noch trauen auf dem Platz diesen Schläger auch zum Chippen zu nutzen! Du wirst merken, dass du besser Chippen und dadurch weniger Putts gebrauchen wirst. Wenn du dir noch unsicher bist, dann empfehle ich dir eine meine Lieblingsübungen zum Chippen durchzuführen. Sie stärkt dein Selbstvertrauen und wird dir helfen noch sicherer auf dem Platz zu werden.

„Up & Down“

Dein Fabian

PS: Noch mehr Übungen für dein kurzes Spiel findest du in meiner Kategorie „Kurzes Spiel“.

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Mach ich schon immer so – also in dem Bereich leider keine Luft nach unten (o.k. könnte natürlich mal wieder üben). Wurde vor 30 Jahren (sinnvollerweise) auch so gelehrt.

    Wie ich chippe interessiert natürlich auch niemanden. Schreibe hier nur, weil die Übung m.E. nicht ganz klar formuliert ist. Soll „der“ Ball solange gechippt werden, bis er im Loch ist (so steht es im Text – fände ich auch interessant ist aber wahrscheinlich nicht ganz so gut für die Greens) oder sollen solange Bälle gechippt werden, bis einer im Loch ist (so ist es wahrscheinlich gemeint). Nicht, dass Dir die Greenkeeper-Vereinigung gesammelt an den Hals geht.

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