Mehr Selbstbewusstsein dank dem Doorway-Drill

selbstbewusstsein stärken

Wer sich des Öfteren mit Profigolf beschäftigt, wird festgestellt haben, dass kein Schwung auf der Tour dem anderen gleicht. Die meisten Spieler und Spielerinnen, die ein Turnier anführen oder gewinnen, haben jedoch eines gemeinsam: Ein selbstbewusstes Auftreten. Ein selbstbewusstes Auftreten lässt uns nicht nur charismatisch wirken, sondern sorgt zudem dafür, dass wir uns tatsächlich besser fühlen.

Forscher haben in unzählige Studien (wie dieser) herausgefunden, dass das Einnehmen einer bestimmten Körperhaltung dazu führt, dass wir die Emotionen fühlen, die mit der jeweiligen Körperhaltung einhergehen.

Wer die Schultern nach vorne zieht und die Mundwinkel hängen lässt, fühlt sich nach einigen Minuten tatsächlich schwach und deprimiert. Wer dagegen aufrecht und mit einem breiten Grinsen im Gesicht über den Golfplatz schlendert, der fühlt sich schon nach kurzer Zeit selbstbewusst.

Einige Golfer sind von Haus aus selbstbewusster als andere. Wer tendenziell etwas selbstkritischer ist, der wird wahrscheinlich auch jetzt mit der Stirn runzeln und sich fragen, ob wir uns dadurch nicht selbst auf den Arm nehmen? Mit dem Erfolg kommt das Selbstbewusstsein doch von ganz allein?

Tun wir nicht. Selbstbewusstsein ist erlernbar. Wenn Selbstbewusstsein ausschließlich durch Erfolg ausgelöst würde, so hätte nie ein Profi jemals zum ersten Mal ein Turnier gewonnen.

Richard Wiseman ist Psychologe, Professor und Autor des Buches The Luck Factor (Der Glücks-Faktor, Link zum Buch). Er beschreibt darin ein Experiment, in welcher eine Gruppe der Probanden eine Aufgabe lösen und dabei einen Stift mit den Zähnen halten musste, ohne dass dieser die Lippen berührte. Eine andere Gruppe bekam dieselbe Aufgabe, jedoch ohne einen Stift halten zu müssen.

So komisch das Halten des Stiftes mit den Zähnen auch aussehen mochte, es zwang die Gesichtsmuskulatur zu einem, wenn auch etwas gequältem, Lächeln. Diese Gruppe schnitt beim Lösen der Aufgabe deutlich besser ab, als die Gruppe, der kein Lächeln aufgezwungen wurde.

Positives Verhalten lässt uns kreativer und lösungsorientierter werden (Quelle), doch das ist für Viele nichts Neues. Neu ist jedoch, dass sich positives Verhalten auch „aufzwingen“ lässt, um denselben Effekt zu erzielen.

Möchtest Du die volle Wirkung dieses Phänomens für Dich nutzen und Deine Stimmung rasant anheben, dann probiere doch einmal die Power-Pose: Stelle Dich schulterbreit hin, drücke die Knie durch und stütz‘ die Hände auf die Hüfte. Schaue dabei mit einem Lächeln nach oben und halte diese Pose für rund eine Minute. Das lenkt Deine Stimmung am Morgen vor einer Turnierrunde in die richtige Richtung.

Selbstbewusst über 18 Löcher

Das Problem an der Power-Pose ist die Tatsache, dass Sie uns zwar kurzfristig zu mehr Selbstbewusstsein verhilft, wir unser Selbstbewusstsein jedoch über 18 Löcher aufrechterhalten möchten. Außerdem wären uns die verwunderten Gesichter unserer Mitspieler wohl eher unangenehm. Um trotzdem 18 Loch lang selbstbewusst aufzutreten, empfehlen wir den Doorway-Drill (Türrahmen-Drill).

Das Prinzip dahinter besteht darin, das selbstbewusste Auftreten – Schultern nach hinten, Kopf nach oben – zu ankern, beziehungsweise zu festigen und zwar jedes Mal, wenn wir durch eine Tür gehen. Auf dem Golfplatz lassen sich Türen hervorragend durch Bänke oder Grüns ersetzen. Hebe Deinen Kopf und ziehe die Schultern zurück, wenn Du ein Grün betrittst und Du wirst feststellen, dass Du Dich schnell selbstbewusster fühlst und genau das kommt Deinem Spiel zu Gute.

So tun als ob

Wenn wir unsere Körpersprache und unsere Haltung beim Betreten des Grüns überprüfen, kreieren wir eine gewisse Distanz zwischen unserem Auftreten und unserem Score. Viele Golfer lassen sich Ihre Körperhaltung von Ihrem Score vorgeben: Aufrecht und stolz wenn die Runde gut läuft und geknickt und mit hängendem Kopf, wenn es einmal nicht nach Plan läuft.

Das Problem dabei: Unser Score ist nicht zu 100% kontrollierbar. Bälle verspringen ab und zu, wir schätzen den Wind falsch ein und Putts lippen aufgrund einer Unebenheit im Grün aus. Wer sich auf etwas konzentriert, das er nicht zu 100% in der Hand hat, der fährt eine emotionale Achterbahn und läuft Gefahr, sein Selbstbewusstsein an seinen Score zu knüpfen. Das sorgt für Anspannung und Anspannung ist beim Golf selten von Vorteil. Über einem 2-Meter Putt zum Par möchten wir alles andere als angespannt sein.

Unsere Körperhaltung ist jedoch etwas, das wir zu 100% in der Hand haben. Wer aufrecht über den Platz geht, läuft zudem nicht Gefahr, seine Selbstwahrnehmung und sein Selbstbewusstsein vom momentanen Score abhängig zu machen. Distanziere Dich etwas von Deinen Ergebnissen und konzentriere Dich auf die Dinge, welche Du auf dem Platz kontrollieren kannst und Du wirst feststellen, dass Deine Ergebnisse immer besser werden.

Das ist wichtig:

  • Unsere Körperhaltung hat einen enormen Einfluss auf unser Selbstbewusstsein
  • Nutze den Doorway-Drill um Deine Körperhaltung beim Betreten eines Grüns zu überprüfen und notfalls zu korrigieren. So konzentrierst Du Dich auf eine Handlung, die Du selbst in der Hand hast
  • Wer seine Körperhaltung und damit sein Selbstbewusstsein/Stimmung von seinem Score abhängig macht, der konzentriert sich auf ein Resultat, welches er nicht zu 100% kontrollieren kann. Stress ist vorprogrammiert

Viel Spaß bei der Umsetzung und viele selbstbewusste Runden wünschen Dir …

Patrick & Freddy!

Über Patrick & Freddy

Patrick & Freddy spielen Handicap +1,4 und 3 und betreiben mit BelowPar.de ihren eigenen Trainingsblog. Mehr Tipps und Anregungen wie diese, findest du auch in ihren Büchern.

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